Schiri mit Format

Gerhard Ruff: Der erfahrenste Schiedsrichter im Referee-Team des RSE ist ein wahrer „Tausendsassa“, denn er leitet selbst Jugendspiele, beobachtet junge Talente und sitzt im Sportgericht Hannover-Land.

Gerhard Ruff (63) ist seit 1977 Schiedsrichter und begann seine Karriere zunächst beim kleinen HSV. Seit dem 1. Januar 1996 ist er als Schiedsrichter für den RSE unterwegs und verfügt über einen sehr großen Erfahrungsschatz im Bereich des Schiedsrichterwesens.

Er begann seine SR-Laufbahn beim Heesseler SV bereits im Jahre 1977. Verletzungsbedingt konnte er damals  als Fußballspieler nicht weiter spielen und absolvierte deshalb einen Schiedsrichterlehrgang. Im 2. Halbjahr 1977 wurde er zunächst auf Kreisebene eingesetzt. Aufgrund seiner hervorragenden Leistungen stieg er in den darauf folgenden Jahren bis in die Landesliga auf und wurde als Linienrichter bis in die Amateuroberliga Nord (damals dritthöchste deutsche Spielklasse) eingesetzt.

Gerhard Ruff war im Gespann von einigen sehr bekannten Schiedsrichtern, wie Jan Redelfs, Wolf-Günther Wiesel (beide FIFA-Referees), Wolfgang Mierswa und Uwe Kemmling. Sein schönstes Erlebnis aus dieser Zeit sei war sein Einsatz als Assistent im Gespann mit Schiedsrichter Wolfgang Mierswa im Jahre 1986. Da stand er bei dem Schüler-Länderspiel zwischen Deutschland und England vor über 45.000 Zuschauern im alten Niedersachsenstadion an der Linie. Viele Freundschaftsspiele mit Mannschaften wie Widzew Lodz, Luton Town, Hamburger SV, Hannover 96, Werder Bremen und Bayern München sind ihm ebenfalls noch in sehr guter Erinnerung.

Als 1989 sein Sohn Lennart geboren wurde, beendete er seine Laufbahn als Leistungsschiedsrichter. Als er gefragt wurde, ob er sich eine Tätigkeit als Schiedsrichter-Beobachter vorstellen könne, nahm er dieses Angebot an und beobachtete im ersten Jahr Schiedsrichter auf Bezirksebene. Im zweiten Jahr wurde er bereits auf Verbandsebene eingesetzt und hatte in seinem ersten Spiel einen Schiedsrichter namens Michael Weiner zu beobachten, der heute in der Bundesliga pfeift. Dieser zeigte eine hervorragende Leistung und erreichte als Höhepunkt seiner Laufbahn auch die Nominierung auf der FIFA-Liste. Weitere ausgezeichnete Schiedsrichter folgten, u.a. hatte Gerhard Ruff auch Babak Rafati zu beobachten.

Der Auf- und/oder Abstieg eines Schiedsrichters erfolgt auf ähnlicher Basis wie bei Mannschaften. Es werden hier nur andere Kriterien angesetzt: Beobachtungsergebnisse, Sportleistungsprüfung, Theoretische Prüfung und Mitarbeit im Schiedsrichterwesen. Heute werden die sehr guten Schiedsrichter von der Kreisebene an beobachtet und auch gecoacht. In Niedersachsen ist sehr früh ein effizientes System zur Förderung des Schiedsrichternachwuchses eingerichtet worden.

Neben der Tätigkeit als Beobachter ist Gerhard Ruff auch als Beisitzer im Sportgericht Hannover-Land tätig. Seine Erfahrungen als Schiedsrichter kann er hier gut einbringen, zumal es ihm heute aufgrund unterschiedlicher Einflüsse sehr wichtig ist, den Schiedsrichter vor Gewalttätigkeiten zu schützen. Die Förderung vor allem der jungen Schiedsrichter war und ist ihm ein sehr wichtiges Anliegen und das ist auch einer der Gründe, warum der SV Ramlingen-Ehlershausen stolz auf Gerhard Ruff als Schiedsrichter in den eigenen Reihen ist.