Malte Slomma erreicht B-Lizenz

Mein Weg zur B-Lizenz..

"Am 20. September 2017 war es endlich soweit. Ich habe meine Ausbildung zur B-Lizenz (ehemals C-Leistungssport) erfolgreich abgeschlossen. Auf diesen Tag hatte ich genau 7 Monate hingearbeitet. Im Folgenden versuche ich einen kleinen Einblick sowohl in die Ausbildungswochen als auch in die abschließenden Prüfungsteile zu geben. Zu Beginn kurz ein paar Sachen zu mir: Ich heiße Malte Slomma, bin 20 Jahre alt und bin seit 2011 beim RSE. Nach einem Jahr Pause aus zeitlichen Gründen habe ich zu dieser Saison wieder selber mit dem Fußballspielen in unserer 3. Herren begonnen. Zusätzlich trainiere ich in Zusammenarbeit mit Klaus Verseck die beiden D-Jugend Mannschaften des RSE. Insgesamt trainiere ich nun seit knapp 7 Jahren diverse Jugendmannschaften unseres Vereins. Im August 2015 habe ich die C-Lizenz (C-Breitensport) beim NFV absolviert. Im Anschluss daran war die Lust auf mehr geweckt. Der erste Schritt zur nächsten Lizenz war der Eignungstest. So fuhr ich am 20. Februar 2016 nach Peine. Ich hatte mich vorher bei anderen Trainern informiert, die schon einmal dabei gewesen waren. Die Aussagen reichten von „Die wollen nur sehen, dass man mit dem Ball dribbeln kann, ohne sich selber zu verletzen“ bis „Die Anforderungen sind wirklich hoch, ich musste wochenlang dafür trainieren“. Kurz gesagt: ich hatte keine Vorstellungen, was mich erwartete und ließ mich überraschen. In der Halle angekommen, mussten wir zunächst einen kleinen sportlichen Lebenslauf aufschreiben, sowie eine kurze Frage zum Trainerdasein schriftlich beantworten (ich musste z.B. die Charaktereigenschaften eines guten Trainers nennen und beschreiben). Danach folgten etwa anderthalb Stunden voller Übungen zum Passspiel, zum Fintieren und anderer Technikübungen plus abschließendem Trainingsspiel. Schlussendlich bekamen wir die Ergebnisse und fast alle, inklusive mir, durften ihre Ausbildung zur B-Lizenz starten. Die Wahrheit über den Eignungstest liegt also vermutlich irgendwo in der Mitte der Aussagen. Man muss schon über ausreichend Technik und taktisches Verständnis verfügen, jedoch ist es auch kein Hexenwerk. Wichtig war den Prüfern neben den fußballerischen Fähigkeiten jedoch auch der Fitnesszustand. Warum, das sollte man in den Ausbildungswochen merken, doch dazu später mehr. Die erste Hürde war also genommen! Da schon alle Termine für 2016 ausgebucht waren, konnte ich die Ausbildung erst Anfang dieses Jahres fortsetzen. So stand für mich in der Woche vom 23. bis 27. Januar der erste Teil in der Sportschule des NFV in Barsinghausen an. Unsere Gruppe bestand aus ca. 25 Fußballern, darunter 2 Fußballerinnen. Unser Gruppenleiter war Martin Mohs, ein Altbekannter des Heesseler SV, der als Verbandssportlehrer beim NFV arbeitet und Inhaber der Fußballlehrer-Lizenz ist. In der ersten Woche standen die praktischen Themen „Erlernen der verschiedenen Grundtechniken“, „Anwendung gruppentaktischer Offensivelemente“ (Doppelpass, Hinterlaufen, Übergeben-Übernehmen) und „Gleichzahlspiele“ im Mittelpunkt. Der Tagesablauf war in allen 4 Teilen immer der selbe: kurz vor acht aufstehen, acht Uhr Frühstück, 8:30 Uhr erster Theorieblock, 10:30 Uhr erster Praxisblock, 12:30 Uhr Mittagessen, 13:30 Uhr zweiter Theorieblock, 15:30 Uhr zweiter Praxisblock, 18 Uhr Abendessen und anschließende Gruppenarbeit (die sich auch mal bis kurz vor Mitternacht hinzog). In dieser wurden dann Trainingseinheiten zu den vergebenen Themen erstellt, die dann von den jeweiligen Arbeitsgruppen präsentiert wurden. Der restliche Kurs stellte immer die Probanden. Es gab also nur Fußball, Fußball, Fußball. Parallel zu den Trainingseinheiten wurden in den Theorieblöcken Themen wie „Grundsätze der Trainingslehre“, „Kondition“ und „Grundsätze der Technik“ besprochen. Gerade beim Letzteren gab es lange Diskussionen. Kein Wunder, wenn 25 Trainer aufeinanderprallen… Die erste Woche ging schnell vorbei. Es herrschte durchweg eine lockere Atmosphäre, in jeder freien Minute wurde über Fußball diskutiert. Wieder einmal bestätigte sich: Fußball verbindet. Die Teilnehmer kamen aus ganz Niedersachsen und darüber hinaus, von Emden bis Lotte war alles vertreten. Nach ein paar Tagen kam es einem vor, als würde man die meisten schon länger kennen. Diese Atmosphäre zog sich durch alle Teile. Auffällig war auch das Niveau aller Teilnehmer. Ein Großteil war ehemals Auswahlspieler oder spielt heute noch in der Landesliga und höher. Das machte sich logischerweise auch auf die tägliche Arbeit positiv bemerkbar und es macht einfach Spaß, mit solch einer Gruppe arbeiten zu können. Am Ende jeder Woche bildet das Lehrgangsspiel den abschließenden Höhepunkt. Wir als Lehrgang des Juniorenprofils traten gegen den Lehrgang des Seniorenprofils an. Unabhängig vom Ergebnis (das ich jetzt leider auch total vergessen habe ;-)) bot das Spiel natürlich ausreichend Gesprächsstoff für die nächsten 2 Wochen. Leider war die Woche dann jedoch schon vorbei und die meisten machten sich auf den Heimweg. Für den Rest stand der erste Teil der Schiedsrichterausbildung an, die Voraussetzung für die B-Lizenz ist. Am späten Nachmittag war aber auch das geschafft und, nachdem zahlreich Handynummern ausgetauscht worden, die erste Woche auch für mich beendet. Die zweite Woche absolvierte ich vom 20. bis 24. März. Angeleitet wurden wir dieses Mal von den beiden NFV-Trainern Thomas Pfannkuch, ehemaliger Spieler u. A. von Eintracht Braunschweig und Olympique Lyon, und Per Michelssen, ehemals Trainer im NLZ des 1.FC Köln. Größter Unterschied zur ersten Woche war, dass die Theorieblöcke nun von den angehenden B-Trainern selber angeleitet wurden. Jeder Teilnehmer erhielt am ersten Tag ein Thema und sollte dazu im Laufe der Woche einen 10-15 minütigen Vortrag vorbereiten. Mein Thema: Bedeutung und Behandlung der Ergänzungsspieler. Ging es in den praktischen Einheiten der ersten Woche noch um Grundtechniken und Grundlagen offensiver Verhaltensweisen, so beschäftigten wir uns in der zweiten Woche u. A. mit defensiver Gruppen- und Mannschaftstaktik, dem Spielaufbau und offensiver Mannschaftstaktik am Beispiel des 2- bzw. 3-Spitzensystems.Meiner AG fiel die Aufgabe zu, eine Trainingseinheit zur Verbesserung der Ballsicherung in Überzahl zu entwerfen. Auch die zweite Woche endete mit dem obligatorischen Lehrgangsspiel und abschließender Schiedsrichterausbildung, in der nun die Prüfung anstand. Diese beschränkt sich jedoch auf einen 15-seitigen Fragebogen, der, vorausgesetzt man ist mit den Fußballregeln vertraut, doch ziemlich einfach zu schaffen ist. „Ich mache das hier seit 10 Jahren und seitdem ist hier keiner durchgefallen“, so unser Schiedsrichterausbilder. Das glaube ich sofort. Nachdem wir die Bestätigung über unsere Schiedsrichterausbildung erhalten hatten, war nun auch die zweite Woche geschafft. Am 11. September begann dann die heiße Phase für mich: der dritte Teil plus die anschließenden Prüfungen. Innerhalb der Ausbildung gibt es insgesamt 9 Prüfungsteile: 1. Die Demofähigkeit während eigener Übungen 2. Eigenes Fußballerisches Können während der Ausbildungswochen 3. Die schriftliche Prüfung 4.-6. Die mündliche Prüfung (mit Einzelnoten zu allen drei Themengebieten) 7. Die Techniklehrprobe (Dauer 10 Minuten) 8. Die Taktiklehrprobe (Dauer 15 Minunten) 9. Und ein freier Vortag In der dritten Woche, die bis zum 15. September dauerte, wiederholten wir zusammen mit Martin noch einmal alle Themen der gesamten Ausbildung und legten ein zusätzliches Hauptaugenmerk auf die Konditionsarbeit (Ausdauer, Kraft, Schnelligkeit, Beweglichkeit und Koordination). Außerdem besuchten wir das Training der DFB-Fördergruppen im August-Wenzel-Stadion. Die Trainingseinheiten in den Praxisblöcken wurden zu Generalproben für die praktische Prüfung. Meine Übung drehte sich um das schnelle Umschaltspiel von Abwehr auf Angriff nach Ballgewinn durch Mittelfeldpressing. Es lief alles nach Plan und ich hatte ein gutes Gefühl für die Prüfungen. Die Abende des letzten Teils wurden von nahezu allen Teilnehmern zumeist zum Lernen für die 90-minütige schriftliche Prüfung genutzt, die am Freitag der dritten Ausbildungswoche anstand. Doch bevor wir am letzten Tag zur Prüfung kamen, wurde es nochmal spannend. Wir erhielten unsere Themen für die Lehrproben. Mein Thema in der Technik-Lehrprobe war das Erlernen und Verbessern des Innenspannstoßes, in der Taktik-Lehrprobe (so der Zufall) bekam ich das Verbessern des Umschaltspiels von Abwehr auf Angriff in Form des Konterangriffs. Also fast die identische Aufgabe wie ein paar Tage zuvor. Das war aber zunächst uninteressant, denn nun folgte die schriftliche Prüfung. Diese setzt sich zusammen aus den drei Themengebieten Taktik, Trainingslehre und Mannschaftsführung. Zurück in alte Schulzeiten versetzt, gab es so manchen nervösen Blick und hier und da war ein (vielleicht ein bisschen verzweifeltes) Stöhnen zu hören. Aber auch hier ist es ähnlich wie beim anfänglichen Eignungstest: geschenkt bekommt man nichts, aber mit ein bisschen Übung ist die schriftliche Prüfung gut zu bewältigen. So schloss ich mit gutem Gefühl die schriftliche Prüfung, und somit auch die dritte und letzte Ausbildungswoche, ab. Drei Tage später, am 18. September, sollte mein letzter Schritt zur B-Lizenz folgen. Von der dritten Woche nach Hause gekommen, schnappte ich mir direkt die Taktiktafel und beschäftigte mich mit meinen beiden Lehrproben-Themen. Für die Technik-Lehrprobe reicht eine angefertigte Skizze mit meinen geplanten Übungen mit einer Dauer von ca. 10 Minuten. Für die Taktik-Lehrprobe muss hingegen eine gesamte Trainingseinheit von 90 Minuten ausgearbeitet werden, von der exemplarisch 15 Minuten eines Trainingsteils präsentiert werden. Aufwärmen, Hauptteil 1, Hauptteil 2, Schluss. Alles muss natürlich auf das Thema hinführen. Nach intensiven Überlegungen entschied ich mich daher, den Schwerpunkt in den vorangehenden Trainingsinhalten auf das Spiel in die Schnittstellen zu legen, da es eine wichtige Rolle im schnellen Umschalten spielt. So verbrachte ich die meiste Zeit des Wochenendes mit einer Taktiktafel, einem Stift und meinen Skizzen und Aufzeichnungen der Ausbildungswochen, bevor es am darauffolgenden Montag wieder nach Barsinghausen ging. In der Sportschule angekommen (wir waren insgesamt knapp 45 Prüflinge), wurden wir zunächst in drei Gruppen aufgeteilt und die vorbereiteten Lehrproben wurden abgegeben. Die nächsten beiden Tage sollten wir fast ausschließlich auf dem Platz verbringen, da die Gruppe wieder die Probanden für alle Lehrproben stellte. Jeder Teilnehmer hatte zwei Lehrproben mit insgesamt 25 Minuten Dauer erarbeitet. Und das ganze wurde jetzt 15 Mal durchgespielt. Gerade jetzt wurde einem bewusst, was die NFV-Trainer beim Eignungstest damit meinten, dass eine gute Fitness Voraussetzung sei… Waren wir mal nicht mit den praktischen Lehrproben beschäftigt, dann mussten wir uns der mündlichen Prüfung unterziehen. Genau wie die schriftliche Prüfung bestand sie aus den drei Themen Taktik, Trainingslehre und Mannschaftsführung. Mit einem im Raum saßen unsere beiden Prüfer Per Michelssen und Georgi Tutundjiew, die den jeweiligen Wissensstand durch gezielte Fragen überprüften, und eine Taktiktafel. Nach einigen Minuten entwickelt sich so ein interessanter Austausch über die jeweiligen Themen, sodass einem die 25 Minuten, die für die Prüfung angesetzt sind, deutlich kürzer vorkamen. Bei den Lehrproben war ich als letzter an der Reihe. Natürlich keine ideale Zeit, da einige Spieler schon sichtlich am Ende waren. Doch alles in allem haben alle bis zum Ende gut mitgezogen. Meine beiden Lehrproben liefen wie geplant. Auch die Einfrierkorrekturen, das A und O bei der Taktiklehrprobe, gelangen mir gut, weshalb ich zuversichtlich auf meine Ergebnisse am letzten Tag wartete. Da am Abschlusstag jeder einzelne Teilnehmer in einem 6-Augen-Gespräch noch die Möglichkeit hatte, sich kurz mit den Prüfern über die Ergebnisse auszutauschen, zog sich das Warten in die Länge. Die Spannung stieg und nach etwa zwei Stunden war ich an der Reihe. Doch davor stand noch der letzte Prüfungsteil an: der 5-minütige Vortrag. Im Prinzip ist nichts anderes gefordert, als eine kurze Reflexion zur eigenen Taktiklehrprobe vom Vortag. Was lief gut? Was ist verbesserungswürdig? Ist der Übungsaufbau sinnvoll gewesen? Hatte man die anderen Prüfungsteile überstanden, dann sollte das auch kein großes Problem mehr sein. Danach war es dann soweit. Seit Beginn der ersten Woche war es nun das erste Mal, dass man bezüglich seiner Leistungen eine konkrete Rückmeldung der Prüfer bekommt. In meinem Fall fiel die Rückmeldung erfreulich aus. Die beiden Prüfer gratulierten zum Bestehen und wir redeten noch ein paar Minuten über meine zukünftige Trainerplanung. Aus allen drei Gruppen erhielten bis auf einige Ausnahmen alle ihre B-Lizenz. Nach einem gemeinsamen Gruppenfoto war es nun also geschafft: Ich habe meine B-Lizenz und die Lust auf mehr ist geweckt!"

Was für eine tolle Leistung! Glückwunsch im Namen des Vorstandes und des gesamten Vereins, Malte!

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