RSE trauert um Karl-Heinz Brunnenberg

82-Jähriger früherer Platzwart litt seit fünf Jahren unter den Folgen eines tragischen Unglücks
 

Wenn der Name Karl-Heinz Brunnenberg beim SV Ramlingen-Ehlershausen fällt, dann schwingt Achtung mit für dessen Engagement im Verein:
Über vier Jahrzehnte hatte sich der gelernte Dreher als Platzwart um die Anlage im Doppeldorf gekümmert – bis er bei einem tragischen Unfall am RSE-Gelände vor fünf Jahren so schwer verletzt wurde, dass er lebensgefährliche Kopfverletzungen erlitt. Er musste ins künstliche Koma versetzt werden, von den Folgen erholte er sich nie mehr. Nun starb Brunnenberg mit 82 Jahren, der Verein trauert um ihn.

Wir verlieren mit ihm einen Sportkameraden, dem die RSE-Familie viel zu verdanken hat“, sagt Alfred Runge für den Vorstand. Fast seine gesamte Freizeit verbrachte Brunnenberg auf dem Vereinsgelände am Akazienweg. Kam er von der Arbeit, dann gönnte er sich daheim eine kurze Pause und schaute dann „nach dem Rechten“, wie er selbst sein Ehrenamt nannte. Andere, darunter RSE-Chef Jürgen Stern, sprechen eher vom grünen Daumen des Platzwartes, der allein rund 200 Bäume gepflanzt hatte. Schließlich mähte der Junggeselle nicht nur den Rasen, sondern rief auch zum Arbeitseinsatz, wenn zu viele Steine auf dem Grün lagen und heruntergesammelt werden mussten.

Mehr noch: Auch kleine Reparaturarbeiten übernahm Brunnenberg, den alle „Heia“ nannten, und erledigte sie oft bis in den späten Abend. Dabei markiert die Erneuerung der Anlage, die 1977 begann, den eigentlichen Auftakt seines Engagements. In Eigeninitiative schuf sich der RSE neue Räume, neue Plätze und Trainingsmöglichkeiten – allen voran wirkte der Ehlershausener mit, der
bei der Eröffnung dann stellvertretend für alle anderen namentlich genannt wurde. Danach, sagte er rückblickend selbst, habe sich alles Weitere ergeben.

Großes Engagement für Verein

Denn Brunnenberg baute sich einen kleinen Arbeitsschuppen, in dem er werkelte, erneuerte und passgenaue Konstruktionen für die Vereinsanlage entwickelte. So ließ er rund um das Sportfeld neue Bänke für Senioren aufstellen und das Display für die Ergebnisse verbessern. War er einmal nicht im Blaumann auf der Anlage unterwegs, dann fuhr er den Nachwuchs im Vereinsbus zu den Spielen und kümmerte sich als Betreuer um die Belange der zweiten Herrenmannschaft. Mitunter schnürte er selbst noch die Fußballschuhe, wenn das Alt-Alt-Team seine Unterstützung brauchte.

Parallel dazu war er Mitglied in der freiwilligen Feuerwehr des Doppeldorfs und unternahm einmal im Jahr mit seinen Freunden des Motorflugclubs Unter uns aus Celle-Scheuen eine große Tour – nach Marokko, Israel und in die USA. Seine Hobbys und seine RSE-Leidenschaft fanden am 31. Oktober 2015 ein jähes Ende: Brunnenberg hatte an jenem Sonnabendnachmittag den Rasen des A-Platzes gemäht und wollte mit dem Aufsitzrasenmäher vom Sportplatz auf den Akazienweg fahren. Dabei kollidierte er mit einem VW-Transporter und wurde aus dem Fahrzeug geschleudert.

Bei dem Sturz verletzte er sich lebensgefährlich, nun war es der Verein, der ihm die Treue hielt. Nach seinem Krankenhausaufenthalt in Celle kam Brunnenberg in eine Rehabilitation, von dort wurde er als Schwerstpflegepatient nach Berlin verlegt. Den Kontakt ließ der Vorstand um Stern nie abreißen, davon zeugen Grußanzeigen, Karten und regelmäßige Telefonate mit der Nichte in Berlin. Eigentlich hatten RSE-Mitglieder ihren „Heia“ noch einmal besuchen wollen – dieser Wunsch erfüllt sich nun nicht mehr.



Quellenangabe:
HAZ Burgdorf/Uetze vom 23.07.2020
Antje Bismark

Übrigens...

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